Westfälische Rundschau | Rezension CD "Send a revival", Helmut Jost & Gospelfire

In Sachen „Neue Gospelmusik“ gehört Helmut Jost schon seit zehn Jahren zu den Größten hierzulande – als Komponist, Chorleiter, Interpret und Instrumentalist ebenso wie als Produzent und Arrangeur. Mit seiner aktuellen CD – „Send a Revival“ – setzt der 49-Jährige jetzt abermals neue, höhere Maßstäbe.

Das dritte Werk des Autorenteams Jost/Ruthild Wilson ist weit mehr als nur eine Fortsetzung der populären Produktionen „Gospel Celebration“ und „Gospelfire“. Der in Wilnsdorf lebende Musiker definiert mit „Revival“ seine eigene Rolle neu: Jost präsentiert sich nicht primär als Solist, sondern als Impulsgeber, als „Erster unter Gleichen“ oder – christlich formuliert - als Pastor. Er greift damit ein Konzept auf und entwickelt es weiter, mit dem  Andrae Crouch in den 70er Jahren die weltweite Gospelszene aufgemischt hat. Umgeben von einer Schar eigenständiger Solisten und Instrumentalisten gibt der Vorsänger die Richtung an, hält vom Klavier aus alles im Fluss, verzichtet aber oft auf den vordersten Platz. Das „wir“ ist wichtiger als das „ich“.

„Ein jeglicher diene mit der Gabe, die er empfangen hat“, heißt es im 1. Petrusbrief (Kap. 4, Vers 10) – bei Jost bedeutet das, dass  David Thomas in „Sunday Morning“ ein paar himmelstürmende Tenorparts gospelt, dass sein Bruder Frieder gitarristisch höchst gekonnt in die Vollen greift („Everybody bow down“), dass seine Schwägerin Sabine, seine Partnerin Ruthild Wilson, die Altistin Danyelle Vanes und andere als „Chor“ eine ebenbürtige Funktion wie der Ledadsänger einnehmen. Für seine eigenen reichen Gaben bleibt Platz genug, etwa  sein fetziges Trompetespiel bei „When the trumpets sound“ (übrigens eine hinreißend swingende Reminiszenz an „Oh when the saints go marching in“), seine E-Bass-Künste bei „I will keep on singing“, vor allem seine unnachahmliche Sensibiltät als Balladen-Gestalter, etwa bei „Lead my ways“ oder bei „Bring it all before the throne“.

Instrumental greift Jost oft zurück auf einen Chor-Orgel-Sound. Allerdings sind die Chorsätze zum Teil wesentlich anspruchsvoller als die chorusartigen Sätze der Vorgängerproduktionen. Dennoch gibt es die neue CD natürlich auch als Songbook und als Playback-Version.

Bei einer so dezidiert „frommen“ Produktion stellt sich – mehr als bei anderen – die Frage nach den Inhalten. Die zwölf Songs knüpfen ebenso an die neue Worship-Bewegung an wie an „alte“ Gospel-Traditionen: Anbetung, Trost, persönliche Glaubenserfahrung – das sind die Schlüsselbegriffe. Was auffällt: Es fehlt die gesellschaftliche „Nutzanwendung“, wie sie in den „Message-Songs“ der Bürgerrechtsbewegung Dr. Martin Luther Kings so prägend war. Vom „Salz der Erde“ ist wenig zu schmecken, hier wird vor allem süßes Manna verabreicht, Wegzehrung für die Reise durch die Wüste. Wem danach ist: Zugreifen, es ist Manna der Güteklasse 1A.

--

www.sendbuch.de | Rezension CD "A Document of Life", Helmut Jost & David Thomas feat. Ruthild Wilson

Wer die beiden Vollblut-Musiker David Thomas und Helmut Jost einmal gemeinsam auf der Bühne erlebt hat, kann bestätigen: Bei den Konzerten der beiden sprühen Funken! Höchste Zeit also für eine gemeinsame CD! Sie enthält groovige Gospelsongs, soulige Klassiker und einfühlsame Pop-Balladen. Das ist Seele pur und ganz nah dran am Live-Konzert. Die 11 englischen Songs und die beiden deutschen Bonus-Tracks zeigen sich mal lebendig, mal nachdenklich und stecken voller hoffnungsvoller Botschaften. Für Solo-Passagen mit Gänsehaut-Effekt sorgt Sängerin Ruthild Wilson als Special Guest. Produzent: Helmut Jost.

--

Berlin Gospel Web | Rezension CD "Gospelfire" (Auszug), Helmut Jost, David Thomas, Ruthild Wilson u.a.

Eine warme, einfühlsame Frauenstimme (es ist die von Ruthild Wilson, der Verfasserin der meisten Texte) singt in "In the presence of the Lord" abwechselnd mit David Thomas und dem Chor über einen Ort der Zuflucht, ein liebes Lächeln, die Stille mitten in der tosenden See.

--